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Nightdrive
Einen Nightdrive (Tiere nachts beobachten - muß immer im voraus gebucht werden, kann man nicht privat machen, da die Parks nachts
für Privatfahrzeuge geschlossen sind) kann man in Südafrika auf zweierlei Art erleben. Entweder billig und schlecht in den
staatlichen oder teuer und gut in den privaten Camp´s. Wir haben beides einmal mitgemacht.
In den privaten Camps gibt es, je nach Preislage, Abstufungen hinsichtlich
der Qualität. Die teuren Camps (ab 100 DM pro Person und Nacht in
der Nebensaison, sonst bis 2000 DM) sind die Nachtfahrten meist im
Preis mit eingeschlossen. Man fährt in einem Jeep mit ca. max 8 Personen
bei Dämmerung los, zwischendurch gibt es eventuell ein Picknick. Die
Dauer der Fahrt hängt vom Erfolg des Fahrers ab (Was gibt es zu sehen?)
und dauert ca. 2-3 Stunden. Der Fahrer ist fachkundig und arbeitet
auf der Lodge. In unserem Fall (Tinshaba Lodge) war es der Lodgebesitzer
höchstpersönlich, er fuhr kreuz und quer die Wege ab und gab nicht
Ruhe bevor wir die wichtigsten Tiere seiner Farm gesehen hatten.
Eine kleine Enttäuschung war dagegen die Nachtfahrt auf einer mittelteuren Lodge. Für einen Extrapreis von ca. 30,- DM raste
der Besitzer mit seinem Jeep ca. eine ¾ Stunde kreuz und quer im Busch herum. Allerdings gab er sich noch einigermaßen Mühe
ein paar Tiere zu finden, auch welche die wir gar nicht sehen wollten ( z.B handtellergroße schwarze Spinnen, die ihre ca. 6 m²
großen Netze über die Wege spannten).
Der Höhepunkt war eine Fahrt im "Golden Leopard Ressort". Hinter dem klangvollen Namen würde man auf dem ersten Blick
Qualität erwarten, was auf Unterkunft und Essen auch zutraf. Während der Nachtfahrt im besagten Camp, fühlte man sich
aber eher in die Touristenhochburgen von Mallorca versetzt.
Am letzten Abend buchten wir in der Campverwaltung einen Nightdrive.
Die anderen Gäste die mitfuhren, stiegen bereits angetrunken und bewaffnet
mit einen Kasten Bier in das Fahrzeug. Während der Fahrt grölten Sie
Sauflieder, Bierflaschen rollten am Fußboden umher. Der Fahrer, wenn
auch nüchtern, zeigte auch kein höhers Niveau. Er kroch im Schneckentempo
die Hauptstraße entlang, hatte von nichts eine Ahnung und fuchtelte
nur wild mit seiner Taschenlampe im Gebüsch rum, weil er ständig glaubte
etwas gesehen zu haben. Lediglich eine Herde Elefanten jenseits der
Straße ließ sich von dem nächtlichen Lärm nicht abschrecken.
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