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Naturschutz und Armut

Wenn man das Land bereist, wird man bald feststellen, daß sämtliche Naturparks für das Land der reinste Luxus sind. Die einheimische schwarze Bevölkerung lebt zumeist in kleinen armseligen Hütten, die noch nicht einmal über einen Wasseranschluß verfügen. Es fehlt vielerorts an allem.

Die NP's nehmen einen relativ großen Teil der Landesfläche ein (Krüger Park). Sie sind für die Bevölkerung Tabuzonen und somit durch deren Nutzung ausgeschlossen. Dies erscheint besonders dramatisch, wenn man sich liest, daß ein Elefantenstoßzahn ein schwarzes Dorf 1 Jahr lang ernähren kann. In den Augen der Schwarzen sind die NP's eine Spielwiese für Privilegierte im eigenen Land und ausländische Touristen.

Vor diesem Hintergrund erscheint es fraglich, wie lange dieser Zustand noch haltbar ist. Staatliche Unterstützung für die Parks gibt es seit dem Regierungswechsel nicht mehr. Die Parks müssen sich selber rechnen. Bleiben jetzt aufgrund der unsicheren politischen Lage, Kriminalität oder auch Unwetterkatastrophen (Mosambique) die Touristen aus, hätte das katastrophale folgen für den Naturschutz im Land. Die auch für die schwarze Bevölkerung geschaffenen Jobs im und rund um die Parks würden wegfallen und die Akzeptanz der NP's weiter verringern. Das Naturschutzkonzept wird in diesem Land auch in Zukunft nur Bestand, wenn größere Teile der Bevölkerung am Gewinn aus den Einnahmen der Parks beteiligt werden. Naturromatische Gefühle kann sich das Land nicht leisten.

Abgesehen davon würde auch eine landwirtschaftliche Nutzung der Parkfläche, solange sie nicht nachhaltig geschieht, nur kurzfristig eine Verbesserung der Ernährungssituation bewirken. Eine Abrodung der Waldflächen z.B. Krüger Park hätte zusätzlich langfristige negative Auswirkungen auf Klima und Wasserhaushalt und würde Begleiterscheinungen wie Erosion und Überschwemmungen hervorrufen.